von Bana M.
Donnerstag, 21. Juni 2007
... Das Kind im Manne...
Bedingungen des Erwachsenwerdens...
"Ihre Rolle als Haupternährer haben die jungen Männer weitgehend verloren", stellt Opaschowski fest. Immer mehr Frauen stehen erfolgreich ihren "Mann" - beruflich wie privat. So ziehen sich die jungen Männer in ihre eigene Interessenwelt zurück und machen von ihrem Zeugungsverweigerungsrecht Gebrauch. Einerseits besteht zwar die Sehnsucht nach Nestwärme, andererseits sinkt der Kinderwunsch.
Einer von zehn jungen Männern im Alter von 18 bis 39 Jahren vertreten die Auffassung: "Meine persönlichen Freizeitinteressen sind mir wichtiger als eine Familie gründen." Der Anteil der männlichen Familiengründungsverweigerer hat in den letzten drei Jahren von 34 auf 43 Prozent deutlich zugenommen und ist mittlerweile doppelt so hoch.
Zwei Bedingungen des "Erwachsenwerdens" scheinen kaum noch zu vereinbaren: Dauerhafter Erfolg im Beruf und finanzielle Unabhängigkeit einerseits und Familie und Berechenbarkeit des Lebenslaufs andererseits. Warum "Erwachsenwerden", wenn der Preis dafür Unfreiheit, hohe Erwartungen, Erschöpfung, Verantwortung und Überforderung ist? Warum sich stattdessen nicht nach des Tages Mühen von Mutti verwöhnen lassen, als sich quengelnden Kindern und einer fordernden Frau auszusetzen? Nesthocken ist inzwischen zum Trend geworden. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat Themenblätter heraus gegeben unter dem Titel "Hotel Mama - die Kunst erwachsen zu werden". Darin wird vermutet, dass "es sich für Jugendliche nicht mehr lohnt, erwachsen zu werden: "Was reizvoll ist am Erwachsenenleben, darf man bereits."
Komplizierter werdende Beziehungen und kaum Vorbilder bei erlebten Ehen veranlassen die jungen Menschen, feste emotionale Bindungen aufzuschieben. Heute wagen die Bundesbürger so spät wie nie den Schritt zum Traualtar: Frauen im Schnitt mit 34, Männer mit 38 Jahren. Viele junge Leute betrachten die Familiengründung als Wagnis - so wie früher "mit der Familie auswandern" ein Lebensrisiko war, heißt es im jüngsten BAT-Bericht.