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EU "kommt" zusammen!

von Bernd L.
Donnerstag, 12. Juli 2007

EU "kommt" zusammen!

EU Sex

Lustvolles Stöhnen, Männer und Frauen in höchster Ekstase, Sex an unterschiedlichen Orten! Das Video dauert nur 44 Sekunden, sorgt aber derzeit in ganz Europa für Auffuhr. Der Grund dafür ist nicht nur der Inhalt, sondern vor allem eben das überraschende Ende...

Die EU-Kommission wirbt mit dem heißen Streifen für den Europäischen Film. Insgesamt 18 Paare treiben es wild vor der Kamera. In allen möglichen Varianten. Es werden mehr als Duzend kurze Erotik-Szenen gezeigt, die sich am Ende als Werbe-Kampagne der Europäischen Kommission für das europäische Kino entpuppen. Alle Sex-Szenen stammen aus bekannten und preisgekrönten europäischen Filmen. Mit der Kampagne soll die kulturelle Vielfalt und Verbreitung des europäischen Kinos gefördert werden. Der Inhalt ist eigentlich harmlos und es würde sich sonst niemand aufregen, das Problem sind wohl unsere Stereotypen und der damit verbundene Wiederspruch zwischen Günter Verheugen und heißer Erotik.

Die ganze Media-Kampagne der EU (MEDIA 2007) wurde auf sieben Jahre geplant (für die Jahre 2007-2013) mit einem gewaltigen Budget von 755 Millionen Euro. Viele europäischen Politiker und konservative Zeitungen werfen der Europäischen Kommission vor, einen geschmacklosen Pornofilm gedreht zu haben. Besonders für viele EU-Gegner ist die Kampagne ein gefundenes Fressen.

Für EU-Gegner ein gefundenes Fressen obwohl doch nichts Neues. Der britische Parlamentarier Godfrey Bloom von der Anti-Europa-Partei nennt die Kampagne aus Brüssel „billig, geschmacklos und schäbig". Er will von den Verantwortlichen in Brüssel nun wissen, wie viel Geld die Steuerzahler der Clip kostet. Auch in Polen ist die Empörung groß. Grund: In dem Filmchen ist auch schwuler Sex vertreten.

Zu finden ist der Clip auf der neuen Videoplattform der Europäischen Kommission "EUtube". Und „Let's Come Together" ist das mit Abstand erfolgreichste Video des neuen EU-Angebots. 14 Wochen nach der Veröffentlichung des Clips auf YouTube, wurde er, nach Angaben der EU-Kommission über 1 Mio. mal aufgerufen. Für EU-Verhältnisse gigantisch. Sex geht eben doch besser als Videos über institutionelle Beziehungen oder Kommunikationsstrategien...

Alle Filmausschnitte stammen aus ausgezeichneten europäischen Produktionen: Le Fabuleux destin d'Amélie Poulain von Jean-Pierre Jeunet, Breaking the waves von Lars von Trier, La meglio gioventù von Marco Tullio Giordana, La mala educacion von Pedro Almodóvar, Goodbye Lenin von Wolfgang Becker, Head-on (Gegen die Wand) von Fatih Akin, Breaking the waves von Lars von Trier und The Deamers von Bernardo Bertolucci. Wir sind gespannt auf Fortsetzungen...

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